Pfeilgiftfrösche (Dendrobatiden)

Klasse: Amphibien (Amphibia)
Ordnung
: Froschlurche (Anura)
Familie: Pfeilgiftfrösche (Dendrobatiden)

Gattungen: 10
Arten
: 189

  Mit insgesamt 189 Arten zählen die Pfeilgiftfrösche eher zu den kleineren Froschfamilien. Ihren bescheidenen zahlenmäßigen Rang machen sie jedoch - zumindest was dei Gattungen Dendrobates und  Phyllobates angeht - durch ihre überaus differenzierte und vielfältige Farbenpracht mehr als wett. Nach dem letzten Stand der Forschung (1994) gliedern sie sich in 10 Gattungen
  Bei den deutschen Namen herrscht insofern eine gewisse Verwirrung: Beispielsweise heißen die Vertreter der Gattungen Colostethus, Mannophryne und Nephelobates Raketenfrösche, die der Gattung Dendrobates Baumsteiger- und jene von Phyllobates Blattsteigerfrösche ...

  Die Baum- und Blattsteiger werden häufig alternativ auch unter dem Namen "Färberfrösche" behandelt, doch wollen wir der Einfachheit halber alle Vertreter dieser Familie mit der lange eingebürgerten Bezeichnung "Pfeilgiftfrösche" belegen.

  In geographischer Hinsicht sind diese Frösche von Natur aus auf die tropischen Feuchtwälder Mittel- und Südamerikas beschränkt. Lediglich Dendrobates auratus hat durch menschliche Mitwirkung schon vor gut 60 Jahren eine stabile Population auf Hawaii gebildet.
  Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht etwa vom Süden Nicaraguas bis nach Peru, Bolivien und Brasilien; drei Arten kommen außerdem auf Trinidad und Tobago (2) und Martinique (1) vor. Zwar sind diese Frösche - wie schon gesagt - im Wesentlichen an den tropischen Regenwald gebunden, doch haben sie innerhalb dieses Lebensraumes die unterschiedlichsten Nischen besiedeln können. Entsprechend unterschiedlich fällt auch die absolute Verbreitung der verschiedenen Spezies aus.
  Ihre Bekanntheit verdanken diese Frösche neben ihrer Farbenpracht in erster Linie dem je nach Art unterschiedlich virulenten Hautgiften, die von den Waldindianern Amazoniens nach wie vor zur Gewinnung von Pfeilgift verwendet werden.  Bei Phyllobates terribilis reicht die Giftmenge eines einzigen Frosches aus, um 20.000 Mäuse oder 10 Menschen zu töten ... Die Wirksamkeit der Toxine lässt allerdings bei Nachzuchttieren erwiesenermaßen von Generation zu Generation nach.
  Erwähnung verdient in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass das Hautsekret von Epipedobates tricolor ein Schmerzmittel enthält, das etwa 200mal stärker als Morphium wirk (ein weiteres Argument für den schonenden Umgang mit den Ressourcen des Lebensraumes Regenwald ...).


Die Verbreitung der Pfeilgiftfrösche in Mittel- und Südamerika
(nach
Angaben in Henkel & Schmidt 1995)

Letzte Aktualisierung: 07.07.2000