Die Nachzucht im Terrarium ist für viele Reptilien- und Amphibienarten heute bereits von geradezu existentieller Bedeutung: von  manchen Spezies dürften in unseren Vivarien schon mehr Individuen als in der freien Natur existieren ... 

  In einigen Fällen - so bei den meisten Schildkröten Ost- Süd- und Südostasiens - besteht sogar nur die Chance, die in den heimischen Arealen immer stärker dezimierten Populationen - und damit das Überleben dieser Arten - durch Nachzuchtbemühungen engagierter Terrarianer für die Zukunft zu sichern.
  Die genannten Schildkröten werden nicht etwa nur aus nackter Not, sondern z.T. auch wegen ihrer angeblichen Bedeutung für fragwürdige traditionelle Pharmazeutika ("Viagra-Effekt!) in schier unvorstellbaren Mengen "konsumiert".
    Um das genetische Potential so lange zu sichern (und zu stärken), bis der zu erhoffende Wandel des Umweltbewusstseins vor Ort eine Auswilderung bzw. Neuansiedlung in den angestammten Habitaten gestattet, betreibt einen Initiative unter der Federführung des vorbildlich engagierten DGHT-Mitglieds Elmar Meier (Nottuln, NRW) in Kooperation mit dem Allwetter-Zoo Münster seit 1999 ein entsprechendes Projekt, dem man nicht genug Erfolg wünschen kann.
  Im gleichen Sinne haben sich verantwortungsbewusste Terrarianer (ebenfalls 1999) im gemeinnützigen Verein R.O.P.S. [ Research On Poikilothermous Species ] e.V. zusammengeschlossen: ihr Ziel besteht in erster Linie darin, durch planmäßig betriebene Zeitigungsprojekte herauszufinden, welche Temperaturen bei bestimmten Arten die Geschlechtsausprägung beeinflussen bzw. festlegen.
  Auf der Grundlage der so gewonnenen Erkenntnisse wäre es möglich, die Eier der betreffenden Spezies gezielt so zu inkubieren, dass Männchen und Weibchen im gewünschten Verhältnis schlüpfen.
    Dazu verpflichten sich die Mitglieder von R.O.P.S. vertraglich u.a. dazu, die Eier bestimmter Spezies innerhalb eines vorher festgelegten Temperaturspektrums zu zeitigen, um anhand der Resultate schließlich die jeweils günstigsten Werte zu ermitteln.
  Außerdem dürften im Rahmen der genannten Projekte langfristig auch Erkenntnisse anfallen, die bspw. den Einfluss der Zeitigungstemperatur (und damit -dauer) auf die Lebenserwartung der geschlüpften Jungtiere aufhellen.
  An konstruktiver Kritik, Kommentaren und weiterführenden Anregungen bzw. Informationen sind wir selbstverständlich jederzeit interessiert: wenden Sie sich bitte ggf. an unsere Kontaktadressen.